Jupiter in Steinbock:  2.12.2019  bis  19.12.2020

Durch Beschränkung entwickeln wir uns weiter!

Jupiter als Symbol der Üppigkeit, des Optimismus, der Übertreibung, der Fülle und der Expansion stand von November 2018 bis Dezember 2019 in seinem eigenen Zeichen Schütze. Eine Zeitqualität, in der sich die archetypischen Jupiter -Themen und das damit individuell und kollektiv verbundene Bewusstsein besonders gut entfalten konnten. Die Botschaft vom grenzenlosen Wachstum als großes Glücksversprechen fiel bei Vielen noch auf fruchtbaren Boden. „Immer höher, immer schneller, immer mehr!“ bezog sich als Motto auf fast alle Lebensbereiche. Noch mehr Produktion, noch größere Autos, noch mehr und weitere Reisen, noch mehr Schönheitsoperationen, noch mehr Partyspaß, noch mehr Dating, wachsender Erlebnishunger….

Seit 2.12 2019 bis 19.12.2020 steht Jupiter nun im Steinbock:

Genug ist genug!

Als Archetyp symbolisiert Steinbock die Beantwortung des Schütze-Prinzips.

Das Zuviel erfährt eine Begrenzung. Im Steinbock aktiviert Jupiter seine andere Planetenqualität: Die Suche und die Sehnsucht nach höheren Erkenntnissen. Und vor allem die Frage nach dem Sinn hinter allem.

Steinbock mit seinem Herrscher Saturn setzt Grenzen und beschränkt uns.

Streng und mit erhobenem Zeigefinger wirft er uns zurück auf das Wesentliche. Überall dort, wo wir uns längst überfälligen Erkenntnissen verweigern („So kann es nicht weitergehen“ spürten und mahnten ohnehin schon viele) wirft er uns zurück und fordert uns zu seinen archetypischen Tugenden wie Geduld, Ausdauer, Disziplin und Verantwortung auf. Und dabei entwickelt er 2020 eine besondere Kraft, weil ja auch Saturn und Pluto in Steinbock stehen und Jupiter mit Pluto (das archetypische Symbol für Verlust als Neuanfang) Anfang April, Ende Juni und Mitte November direkt aufeinander treffen. Vor dem Hintergrund der astrologischen Deutung, dass Steinbock und Saturn auch für die staatliche Kontrolle stehen und Pluto für tiefliegende Ängste, wird Corona für mich persönlich einmal mehr verständlich und ich frage mich, ohne moralisieren zu wollen: Hätten wir beides, die Einschränkung durch neue Gesetze und Verordnungen, die Einschränkung unserer demokratischen  Freiheitsrechte und die bedrohliche  kollektive Angst durch eine rechtzeitige Selbstbeschränkung vermeiden können?

Wie auch immer, nun sind wir auf das Wesentliche, auf uns selbst zurückgeworfen.

  • Die äußeren Begrenzungen lassen uns vielleicht unsere inneren Begrenzungen erkennen …
  • Wir sind aufgefordert, den Begriff Verantwortung für uns selbst und für andere zu reflektieren….
  • Wir brauchen eine Antwort auf die Frage: Wie viel ist zu viel, und wie viel ist genug?…
  • Wir haben die Chance, endlich mit der ewigen Nörgelei aufzuhören und den Blick auf das zu weiten, was uns das Leben in diesem Land an Positivem bietet…
  • Wir sind als Demokratinnen und Demokraten aber auch aufgefordert, nach dieser Krise sehr genau hinzuschauen, ob wir uns in unserer berechtigten Angst nicht allzu sehr an staatliche Einschränkungen gewöhnt haben und möglicherweise jetzt getroffene gesetzliche Einschränkungen akzeptieren, die es danach ja gar nicht mehr braucht. Immerhin ist Freiheit nach wie vor ein unverzichtbarer Wert.
  • Wir können lernen, dass Verzicht, Selbstbeschränkung und Ausdauer, überall dort, wo ein Zuviel herrschte, heilsam sein und uns gemeinsam stark machen können….
  • Vor allem aber dürfen wir – aus astrologischer Sicht – darauf hoffen, dass uns ab Ende 2020 Vieles wieder leichter erscheinen wird. Nicht nur, weil Jupiter dann den strengen Steinbock verlässt und in den Wassermann wandert.
  • Und wer weiß, vielleicht hilft uns unser jetziges Gefühl der Hilflosigkeit und der verletzlichen Endlichkeit mehr Empathie für die Ausgestoßenen, Verfolgten, Schwachen, Leidenden und Hungernden in dieser Welt zu entwickeln. Viren lassen sich nicht mit Gewehren aufhalten.