Sonne in den Fischen (19.2. bis 20.3)

Fische-Aszendent; persönliche Planeten in den Fischen oder im 12. Haus.

Haben Sie manchmal den Eindruck, das Wesen Ihres Kindes erschließe sich Ihnen nicht so recht? Als schiene es immer wieder der Wirklichkeit entrückt, geradezu einer Welt zugeneigt, zu der Sie selbst keinen Zugang finden?

Dann ist Ihr Kind seiner ihm innewohnenden Sehnsucht gefolgt. In die Welt seiner Träume und der Fantasie, in der sich Grenzen auflösen. Die zwischen Traum und Wirklichkeit. Und mitunter auch die zwischen sich selbst und der Welt. Wie ein Tropfen im Ozean, der sich im großen Ganzen verliert, vermischt sich dann die Persönlichkeit Ihres Kindes mit allen und allem. Und so kann es immer wieder sich selbst und seiner Umwelt unbegreiflich werden.

„Wir sind alle eins“, niemand kann diese emotionale Erkenntnis intensiver erleben als Ihr Fische-Kind.

Mit seinen hochfeinen, in alle Richtungen ausgerichteten Antennen spürt Ihr Kind jeden feinsten Hauch, jede noch so kleine Regung seiner Umwelt. Wie ein Schwamm saugt es alle Eindrücke auf und erlebt sich dann immer wieder der Vielfalt von Eindrücken schutzlos ausgeliefert. Und weil diese Auflösung der Grenze vom Ich zum Du auch ganz leicht die Grenze zwischen den eigenen Bedürfnissen und denen der anderen verwischt, fällt es diesem Kind nicht leicht, sich mit seinen ureigenen Bedürfnissen zu zeigen und nötigenfalls auch offen in den Konflikt zu gehen. Lieber nützt es seine angeborene Kreativität, um sich wie mit einer Tarnkappe an seine Ziele heranzuschleichen und sie letztlich dann auch zu erreichen.

Die ausgeprägte Feinfühligkeit Ihres Kindes verleiht ihm auch jene besondere Eigenschaft, an der – so meine ich – unsere Welt genesen könnte: Die Empathie für alles Schwache, Kranke, Leidende. Seine heilsame Fähigkeit zu trösten gilt allem Lebendigen. Und wenn Ihr Kind sich mal voller Mitgefühl bei der Blume entschuldigt, während es diese von der Wiese pflückt, um die Blume nach Hause zu tragen, dann erleben Sie, welch besonderer Schatz in diesem Kind schlummert. Und wenn es in seinen frühen Kinderjahren mit den Baumelfen und mit Feen spricht, dann fühlen wir uns vielleicht angehalten eine Weile innezuhalten, um in die kindliche „Welt hinter der Welt“ zu blicken.

Herausforderungen und Empfehlungen:
Auf leisen Sohlen will das Fische-Kind durchs Leben gehen. Seine Feinfühligkeit spürt jede noch so kleine Regung seiner Umwelt schon im Voraus, und vorauseilend stellt es sich auf seine Umwelt ein. Auf diese Weise jedoch kann es sehr leicht seine eigene Kontur und sein individuelles Profil und letztlich den Zugang zu sich selbst verlieren.

Vermeiden Sie so gut es geht, auf angedeutete Willensäußerungen Ihres Kindes zu reagieren. Fordern Sie es vielmehr immer wieder zu klarer und unmissverständlicher Kommunikation auf.
Ermuntern Sie Ihr Kind immer wieder, zu all seinen Wesensanteilen zu stehen und sich mit all seinen Bedürfnissen zu zeigen, auch wenn es damit Widerspruch riskiert.

Die latent vermittelte Botschaft – „Du darfst zeigen, wer du bist und was du willst“ – gibt Ihrem Kind das Vertrauen, unter allen Bedingungen angenommen zu sein und sich nicht tarnen zu müssen.

Die träumerische und möglicherweise sogar mediale Ausrichtung Ihres Fische-Kindes macht es ihm schwer, den Anforderungen des Alltags nachzukommen und seine kleine Welt zu strukturieren. Seien Sie ihm daher ein Vorbild, wenn es um Ordnung und Organisation geht. Versuchen Sie, mit Konsequenz dem gemeinsamen Alltag durch Rituale einen bestimmten Rhythmus zu verleihen. So kann Ihr Kind erleben, wie das kreative Chaos (Fische) mit der pragmatischen Bewältigung des Alltags (Jungfrau als gegenüberliegendes Zeichen) in Einklang gebracht werden kann.
Zeigen Sie Ihrem Kind vorbildhaft ganz deutlich, wo Sie selbst Ihre Grenzen erfahren. Was Ihnen gut tut und was nicht, wem Sie helfen wollen oder können und wem eben nicht. Wo Ihre Stärken liegen und wo Ihre Schwächen. Und wann Sie bereit sind, sich anzupassen und wann eben nicht. An einem solchen Modell kann Ihr Kind am besten lernen, was es heißt, Profil zu haben und Kontur zu zeigen.

Weil den meisten Fische–Menschen viel Fantasie und Romantik innewohnt, wird Ihr Kind sich in einer Umgebung wohlfühlen, die zum Träumen anregt. Sanfte Farbtöne, weich fließende Stoffe (vorzugsweise in Ozeanblau), feine Düfte und sanft klingende Töne erzeugen jene Schwingungen, die dem sensitiven Fische-Kind Flügel verleihen. Und wenn das Kinderzimmer dann auch noch gleichzeitig durch seine Ausstattung zu Ordnung und Struktur einlädt, dann können sich das Verträumte der Fische und das alltagsgerechte Pragmatische der Jungfrau die Hand reichen.
Am besten unterstützen Sie Ihr Kind, wenn Sie seine künstlerischen Neigungen fördern. Und wenn Sie ganz genau hinsehen, könnten Sie in Ihrem Kind ganz besondere Talente entdecken. Fotografieren, Musizieren, Malen, Lyrik dienen Ihrem Kind als Ausdrucksmöglichkeiten seiner besonderen Feinfühligkeit. Im schöpferischen Tun kann es unbewusst seine eigene Verletzlichkeit als gleichzeitigen Quell einer ungewöhnlichen Kraft erleben. Und spüren, was es heißt, seine Flügel auszubreiten und doch fest auf der Erde zu stehen.
Und seien Sie stolz auf Ihr Kind. Denn wie gesagt: An seiner Empathie könnte die Welt genesen.