Jupiter-Pluto auf der kommunikativen Ebene: Die Corona-Kreuzritterdiskussion

 

In meinem Blog „Die Jupiter-Pluto Konjunktion 2020“ habe ich bereits auf einige Themenmanifestationen dieser Konstellation hingewiesen.Mittlerweile beschäftigt mich, ausgelöst durch meine Beobachtung des Social Media Diskurses zum Thema Covid-19, eine weitere sichtbare Wirkung des Zusammentreffens dieser beiden so energievollen Planeten.Ich nenne dieses Phänomen „Die Kreuzritterdiskussion

Jupiter-Thema Überzeugung/Pluto-Themen Macht, Druck, Verbissenheit:

Als Jupiter betonte Frau (Sonne-Merkur, Jupiter im Schützen) mit einer starken Skorpionbetonung (Mond im Skorpion, Pluto-Trigon-Sonne …) hat mich das Leben vor die schwierige Herausforderung gestellt, diese beiden archetypischen Prinzipien von jeglicher Verbissenheit zu befreien und dennoch meinen Werten und Idealen treu zu bleiben.

Keine einfache Aufgabe. Weil es ja immer um die Frage geht, auf welcher Entwicklungsebene wir unsere Anlagen – symbolisiert durch die Planetenstellungen in unserem Geburtshoroskop – leben.Und mit Pluto an seiner Seite wird aus dem idealistischen „Prediger“ Jupiter, der die anderen von seinem eigenen Weltbild überzeugen will, allzu leicht im missionarischen Übereifer ein Kreuzritter.

Denn der kompensatorische Pluto verdichtet, verbeißt sich, erhebt die eigene Überzeugung zum allgemeingültigen Prinzip, macht Druck. Verweigert jedes „Ja, aber“, kennt keine Grauschattierung. „Schwarz oder Weiß“ lautet sein Motto . Und „Alles oder nichts“

Deutlich spürbar für alle anderen wird sein Glaubenssatz:

„Ich habe die Wahrheit auf meiner Seite“

„Ich habe immer Recht“

„Ich will, dass ihr meine Überzeugung teilt“

…….

 

Und es ist dieses Motto, das mir die öffentliche Diskussion im Zusammenhang mit Covid-19 immer deutlicher zu prägen scheint. Das verbal erhobene Schwert des „Kreuzrittertums“ erhebt sich gegen alle, die in der Beurteilung des Virus, der getroffenen Maßnahmen und deren Folgen anderer Meinung sind, als man selbst oder als die veröffentlichte Meinung.

Immer rauer wird der Ton der Auseinandersetzung, immer schonungsloser polarisierend die Wortwahl in der wechselseitigen Abwertung. Und immer kleiner wird der Raum für differenzierende Nachdenklichkeit und reflektierendes Nachfragen.

„Was wäre, wenn ich nicht Recht hätte, und die anderen auch nicht Recht haben, weil die Wahrheit eben grau ist?“ schreibt ein nachdenklicher Facebook-Nutzer auf seiner Seite.

 Eine Frage, die auf geradezu erlösende Weise zeigt, wie wir die Jupiter-Pluto Energie auch auf einer konstruktiven Ebene leben können. Jupiter, der archetypisch nach höherer Erkenntnis strebt, nützt die archetypische Pluto-Energie, um in seiner Suche nach Erkenntnis in die Tiefe zu tauchen und alles vorschnelle Oberflächliche zu meiden.

In dieser Tiefe könnten wir vielleicht Fragen und Antworten jenseits von „Alles oder Nichts“ finden:

  • Ja, es gibt Verschwörungstheorien und gar nicht wenige Menschen, die ihnen anhängen. Aber leisten wir einander und unserer Demokratie wirklich einen guten Dienst, wenn wir jede Skepsis, jedes kritische Hinterfragen schon als Verschwörung verurteilen?
  • Was macht es mit unserem Grundrecht auf Meinungsfreiheit, wenn zum Beispiel Ärzte und Ärztinnen sich nicht mehr getrauen, zur veröffentlichten Meinung zu Corona und den daraus resultierenden Maßnahmen divergierende Ansichten einzunehmen? Wenn ihnen sogar Berufsverbot wegen öffentlicher Gefährdung droht?
  • Welche gesellschaftliche Stimmung erzeugen wir, wenn wir plötzlich Menschen, die den geforderten Abstand nicht einhalten oder die auf die (möglicherweise?) gesundheitsgefährdenden Nebenwirkungen der Maske hinweisen, als GefährderInnen bezeichnen ?

 

  • Und wenn wir täglich erleben, wie wenig die Wissenschaft tatsächlich noch über das Virus weiß: Weshalb schlagen wir uns dann mit so felsenfester Überzeugung auf die eine oder andere Seite der wissenschaftlichen Analyse und Bewertung der Situation?

 

  • Wollen wir einfach die Verrohung der Sprache als Instrument der Diffamierung anderer Meinungen hinnehmen?

 

Ja, in die Demonstration der 20000 in Berlin hat sich manch anderes politisches und demokratiegefährdendes Interesse eingebracht. Wie bei jeder größeren Demonstration. Und es ist gut und richtig, dieses auch zu benennen und politisch und auf der Gesetzesebene zu beantworten. Aber eine Schlagzeile wie z.B. in einem Printmedium: „Das bunte Amalgam der Maskenfeinde“ drückt doch gleich mal vorweg allen einen Stempel auf, die der Sinnhaftigkeit der Maske kritisch gegenüberstehen. Darunter gar nicht so wenigen WissenschafterInnen und ÄrztInnen weltweit.

 

  • Und als letztes Beispiel für eine entgleiste Jupiter-Pluto Haltung:

 

„Wer das sagt, argumentiert einfach dumm!“ Hört sich gar nicht souverän an aus dem Munde eines Staatsoberhauptes, oder?

 

Das Virus greift die Zellen unseres Organismus an. Aber es liegt an uns zu verhindern, dass es die tragfähigen Zellen unserer Demokratie auch noch vergiftet. Und dazu gehört nun mal unser respektvoller Umgang miteinander. Auch in Zeiten anonymisierter digitaler Kommunikation.

Und dazu gehört, wie ich meine,vor allem unsere Absage an das Postulat der absoluten Wahrheit und stattdessen unser Bemühen um Wahrhaftigkeit, als ständiges Bestreben, uns der Wahrheit anzunähern. Ein Streben, das sich aus dem Zweifel nährt.

Und aus astrologischer Sicht steht uns ja auch die heilende Urkraft von Neptun in seinem eigenen Zeichen Fische zur Verfügung.  Unsere Empathie!