Rückläufiger Mars:  Von 10.9. bis 14.11.2020

Seit Ende Juni befindet sich Mars in seinem eigenen Zeichen Widder. Am 10.9. wird Mars auf 28° im Widder bis 14.11 auf 15° im Widder rückläufig.

Archetypisch symbolisch steht Mars für die Themen Wille, Tatkraft, Energie, Mut, Durchsetzung, Selbstbehauptung und Aggression…… ( aggredi lat.: voranschreiten)

In seinem eigenen Zeichen Widder erhält Mars eine ganz besondere Feuerenergie. Eine Energie, die uns hilft, unsere Vorhaben voranzutreiben, uns mit starkem Willen und hoher Entschlusskraft durchzusetzen. Eine Energie, die aber gepaart mit anderen Planetenkräften, hochexplosiv und zerstörerisch kämpferisch wirken kann. Vor allem in der Phase der Rückläufigkeit kann sich bis dahin unterdrückte und aufgestaute Energie mit eruptiver Heftigkeit entladen.

Da wir aus der historisch-astrologischen Zeitdiagnose immer wieder sehen, dass der exakte Zeitpunkt der Rückläufigkeit von persönlichen Planeten mitunter einen Ausblick auf den weiteren Verlauf der Rückläufigkeitsphase bildet, dürfen wir vielleicht auch diesmal wie in anderen Jahren der Marsrückläufigkeit in Widder davor (1988 Brand in Lissabon, Lockerbie…) gespannt auf die Tage um den 9 und 10.September blicken.

Auf der mundan-kollektiven Ebene wird es um die Frage gehen, wie wir mit seit langer Zeit aufgestauter und unterdrückter Wut umgehen. Weil Mars im September eine Konjunktion mit der Selbstbestimmung fordernden Lilith eingeht, ist wohl weltweit mit einer massiven Zunahme von Protesten gegen jegliche Form von Unterdrückung und Ungerechtigkeit zu rechnen. Der Ruf nach Freiheit und Gleichberechtigung (USA, Weissrussland,…) wird immer lauter werden. Weil Mars zeitgleich auch einen Spannungswinkel zu Saturn (staatliche Autorität) bildet, ist jedoch in den nächsten Monaten eher nicht mit besonnenem und nach Konfliktlösung suchendem Verhalten der politisch Verantwortlichen zu rechnen. Dennoch dürfen wir die Hoffnung hegen, dass sich neue Samen eines humanistischen Reformgeistes ausbreiten.

Weil der rückläufige Mars auch Quadrate zu Jupiter/Saturn/ Pluto bildet und diese gleiche Stellungen wie im Frühling haben, wird dieser noch feuriger als bisher seinen Focus auf Covid-19 legen. Wachsende öffentliche Empörung und Wut über die vermeintlich oder tatsächlich überzogenen Maßnahmen wird sich auf unterschiedliche Weise Luft machen. Auch hier wird Besonnenheit auf allen Seiten nötig sein, um Eskalationen zu vermeiden. Möglicherweise werden wir die Frage nach Richtig oder Falsch nie wirklich nachvollziehbar beantworten können. Jedenfalls aber wird die Beurteilung der Angemessenheit der damaligen Maßnahmen  immer stärker an neuen und erweiterten Parametern gemessen werden. Dazu zählen die psychosozialen Nebenwirkungen des Lockdown ebenso wie dessen wirtschaftliche Folgen.

Wenn wir die marsische Energie dafür nützen, uns nicht mehr mit plakativen Antworten und Darstellungen abzufinden, sondern einen intensiven, differenzierenden öffentlichen Dialog befördern, kann uns diese Energie auch zur Seite stehen bei der Beantwortung der Frage, wie normal die Welt vor Corona war und was wir in Zukunft als „normal“ definieren wollen.

Ganz persönlich erlaube ich mir bei allem Respekt vor diesem Virus schon die Frage, warum uns z.B.  die täglich an Hunger sterbenden Kinder in aller Welt oder die Opfer der zahlreichen Kriegshandlungen oder das Elend der Kinder in den Flüchtlingslagern in Griechenland nicht wenigstens einen Anflug jener Panik vermitteln, für die wir gegenüber dem Virus anfällig sind.  Oder glauben wir etwa, Hungersnot oder anderes Elend könne keine Grenzen überschreiten?

Wenn der rückläufige Mars in der ersten Oktoberhälfte im Quadrat auf Pluto trifft, müssen wir weltweit mit explosiven Energieentladungen rechnen. Aber gleichzeitig auch mit einer Energie, die sich darauf richtet, die Schattenseiten und die dunklen und verstrickten Machtkonstrukte unserer Gesellschaft aufzudecken. Mal sehen, was da alles ans Tageslicht drängt !!!!

Wenn der rückläufige Mars dann am 19.10 das Quadrat zu Jupiter (das archetypische Symbol für Weltanschauung, geistige Überzeugungen und Ideale) bildet, brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn der Ton im öffentlichen Diskurs noch aggressiver wird als bisher. Vor allem, was den Umgang mit den Vertretern (dies bewusst nicht sprachlich „gegendert“!!!) anderer Kulturkreise betrifft, ist den politisch Verantwortlichen (auch in Österreich) dringend Mäßigung anzuraten.

Im persönlichen Bereich geht es auf der ganz indviduellen Ebene um die Frage, in welchem Lebensbereich sich die „Mars im Widder“ Energie zum Ausdruck bringt.

Aber unabhängig davon sind wir alle aufgefordert, diese Energie konstruktiv zu leben.

Lasst uns daher also,

  • aus alten Macht/Ohnmacht-Verstrickungen befreien
  • auf friedliche Weise für unsere grundlegenden Bedürfnisse einstehen. Hilfreicher Glaubenssatz für alle, denen das schwerfällt: „Ich bin eine friedliche Kriegerin, ein friedlicher Kämpfer für meine Anliegen“
  • zu unseren schwierigen Gefühlslagen stehen und gleichzeitig einen für andere verträglichen Umgang damit entwickeln
  • Geduld entwickeln, wenn unsere Vorhaben ins Stocken geraten.
  • unsere bisherigen persönlichen Zielsetzungen überprüfen und gegebenenfalls einer Revision unterziehen. Vor allem, wenn die Motivation dazu nicht unserem eigentlichen Wesen und unserer inneren Natur entsprochen hat
  • neuem Denken neues Handeln folgen lassen
  • Konfliktgewitterwolken nicht vertreiben, sondern hinterfragen, welche alten Wunden denn da aufbrechen und nach Heilung schreien
  • auf unseren Energiehaushalt achten
  • plötzliche Veränderungen in unserem Leben willkommen heißen, auch wenn wir deren Sinnhaftigkeit noch nicht erkennen können
  • mutig und beherzt sein und handeln

 

„Beherzt ist nicht, wer keine Angst kennt. Beherzt ist, wer die Angst kennt und sie überwindet.

Khalil Gibran